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20.08.2018

Stoppt die Radl-Rambos!


Der Kabarettist Christian Springer hat einen Brandbrief geschrieben.

Radl Rambos

Darin richtet er sich an die vernünftigen Fahrradfahrer und bittet sie, mit den Radl-Rambos zu reden. Denn auf Autofahrer und Fußgänger hören die „Zweirad-Idioten“ nicht. 

Der Brief zum Nachlesen (Quelle: TZ)

 

Antwort des ADFC auf die Polemik des Kabarettisten Christian Springer

Radeln soll allen Spaß machen

Sehr geehrter Herr Springer,

mit großem Bedauern haben wir gelesen, dass Sie Angst haben vor Radfahrern – Sie als Autofahrer. Umzingelt von aggressiven „Radl-Rambos“ trauen Sie sich kaum noch auf die Straße. Bislang tragen Sie Ihr Radl lieber durch München, als gemütlich zu fahren. Denn Sie haben das Radfahren nie richtig gelernt. Das möchten wir vom ADFC München gern ändern.

Unser Anliegen ist es, den Radverkehr zu fördern, und zwar so, dass ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet ist. Denn Radl fahren ist Genuss und Freiheit. Wir bieten Ihnen daher an, mit dem ADFC zu lernen, sicherer und besser auf Ihrem Radl zu sitzen. Damit Sie gut und auch mit Freude in der Stadt München von A nach B kommen. Das ist nämlich trotz aller Widrigkeiten möglich. Wir laden Sie hiermit herzlich zu einem ADFC-Fahrsicherheitstraining ein. Danach können Sie die Münchener Verkehrssituation, von der Sie so schwärmen, endlich aus der Perspektive eines Radlers  erleben – und beurteilen. Und Sie werden feststellen, da ist noch viel Luft nach oben. Aber wenig Platz nach links und rechts.

Daher kämpfen wir vom ADFC für ein Radgesetz für Bayern, das eine entspannte Mobilität für alle und überall ermöglicht. Radeln soll allen Spaß bringen. Ein sicheres, komfortables und durchgängiges Radwegnetz würde schon helfen, viele unfallträchtige Verkehrssituationen zu entschärfen.  Statistisch gesehen geht nämlich die größte Gefahr immer noch vom Kfz-Verkehr aus. 75 Prozent der Radunfälle, bei denen ein PKW involviert ist, verschuldet der Autofahrer. Leider manchmal mit schlimmen oder gar tödlichen Folgen für die Radfahrenden. LKW ohne ausreichende Sicherheitssysteme, Radwege, die im Nichts enden oder ständig zugeparkt sind: Das ist der wahre Irrsinn.

Doch zurück zu den von Ihnen geschmähten „Radl-Rambos“ und „Zweirad-Idioten“ - die möchten auch wir gern bekehren. Denn ja, es gibt leider rücksichtslose Radfahrer. Auf die große Mehrheit der Radlfans trifft das aber nicht zu. Zudem ist Rücksichtslosigkeit eine Frage des Charakters und nicht des Verkehrsmittels. Wir appellieren deshalb an alle Verkehrsteilnehmer, sich an die Verkehrsregeln zu halten, besonders gegenüber Schwächeren rücksichtsvoll zu sein und auch mal auf den eigenen Vorrang oder das Vorfahrtrecht zu verzichten.

Wir sind sicher, dass Sie als Radler ein leuchtendes Vorbild für alle anderen abgeben werden. Daher bringen wir Ihnen gern das Radeln bei: Herr Springer, willkommen unter den Radlfahrern!

Herzliche Grüße

Andreas Groh
Stellvertretender Vorsitzender ADFC München e.V.

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BR Schlachthof 25.10.2018

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